Plastische und Ästhetische Chirurgie Prof. Dr. P. Graf Rosental 10 80331 München

Patienteninformation
Dupuytren - Erkrankung

 

Die Dupuytren´sche Kontraktur geht nicht, wie von manchen Betroffenen irrtümlich vermutet von der Beugesehne aus. Die Dupuytren´sche Kontraktur ist eine häufige Erkrankung der Hautweichteile. Sie hat ihren Ursprung in einer Schicht aus Bindegewebe die im Bereich der beugeseitigen Handfläche unter der Haut gelegen ist. Anteile dieser bindegewebigen Schicht (=Palmaraponeurose) können dabei zunächst unter der Haut Knoten oder Stränge bilden. Später können sich diese kontrahieren (daher der Name Dupuytren´sche Kontraktur) und dann zu einer Behinderung beim Fingerstrecken, besonders am Ring- oder Kleinfinger führen.
Meist sind Männer, gelegentlich aber auch Frauen von dieser gutartigen Erkrankung betroffen.

Die genauen Ursachen der Dupuytren´sche Kontraktur sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt, aufgrund ihrer Häufigkeit hat man jedoch gute Informationen über den Krankheitsverlauf und seine Behandlung: Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass der Verlauf der Dupuytren´sche Kontraktur chronisch ist, d.h. die Entwicklung der Er-krankung schreitet kontinuierlich nach ihrem Beginn fort.
Es kommt zu keiner spontanen Rückbildung der Stränge. Die Dupuytren´sche Kontraktur kann relativ rasch im Verlauf von wenigen Monaten, aber auch langsam über viele Jahre hinweg voranschreiten. Gelegentlich bleiben Dupuytren´sche Stränge über Jahre unverändert, um dann in Schüben zu einer zunehmenden Streckbehinderung der Finger zu führen. Nach wie vor ist die beste Behandlungs-methode die gesamte Entfernung der erkrankten Bindegewebswucherungen.
D.h. Medikamente, Bestrahlung und Massagen etc. haben keinen therapeutischen Effekt.

Die Operation wird erst dann empfohlen, wenn ein Finger aufgrund der Stränge nicht mehr vollständig gestreckt werden kann. Knoten ohne Streckbehinderung der Finger, werden nur in einigen, seltenen Fällen entfernt, wenn diese Schmerzen beim Greifen bereiten.

Die Operation wird in der Regel ambulant und meist ohne Vollnarkose in örtlicher Betäubung des Armes (=Plexusanästhesie) durchgeführt. Sie dauert etwa 30 - 60 Minuten, kann bei fortgeschrittener Erkrankung aber auch über eine Stunde benötigen.

Da die Bindegewebsstränge in unmittelbarer Nähe zu den Fingernervengefäßen und zur Haut verlaufen, kann ihre Entfernung gerade bei weit fortgeschrittener Erkrankung, technisch anspruchsvoll sein.
Komplikationen sind auch bei Durchführung durch einen erfahrenen Handchirurgen nie vollständig auszuschließen und sind in der Regel abhängig von der Ausprägung der Dupuytren´sche Kontraktur. Diese sind: Wundheilungsstörungen, Blutergüsse, Nervenverletzungen Rezidivbildung.

In vielen Fällen kann die Operation wieder eine freie Beweglichkeit, mit kompletter Streckung der Finger ermöglichen. Bei weit fortgeschrittenen Fällen ist dies nicht immer möglich. Auch deshalb sollte eine Operation nicht zu lange aufgeschoben werden.

Etwa zwei Wochen nach der Operation werden die Fäden gezogen. Dann sollten entweder selbstständig, oder mit krankengymnastischer Anleitung, Bewegungs-übungen erfolgen.
Das Endergebnis hinsichtlich der Beweglichkeit sollte, je nach Schweregrad der Erkrankung, meist nach 3 - 6 Wochen sichtbar sein.

 

Lesen Sie auch den Beitrag im Blog:
Nadelfasziotomie bei Morbus Dupuytren

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