Plastische und Ästhetische Chirurgie Prof. Dr. P. Graf Rosental 10 80331 München

Patienteninformation
Brustvergrößerung (Augmentation)

 

Wenn Sie sich einer Brustvergrößerungsoperation unterziehen wollen, ist es wichtig, sich ausführlich über dieses Verfahren zu informieren.
Hierzu soll die vorliegende Informationsschrift beitragen. Es werden darin einige wichtige, aber bei weitem nicht sämtliche Aspekte der Methode Brustaugmentation behandelt. Sie kann und soll nicht ein ausführliches und persönliches Gespräch in meiner Praxis ersetzen. Es ist aber für viele Patienten vorteilhaft manche Dinge zu Hause, in Ruhe nachlesen zu können. Viele Details in dieser Informationsschrift geben meine individuellen Empfehlungen und Gepflogenheiten wieder. Selbstverständlich sind, z. B. bei organisatorischen Aspekten, Abweichungen möglich.

 

Grundsätzliches zur Brustvergrößerung, Augmentation

Die ästhetische Brustvergrößerung/Augmentation ist eine chirurgische Operation zur Vergrößerung bzw. zur Formveränderung der weiblichen Brust. Hierbei wird stets ein Kunststoffimplantat verwendet, welches hinter die Brustdrüse oder in speziellen Fällen unter dem Brustmuskel platziert wird. Diese Verfahren finden seit den sechziger Jahren, also seit fast vierzig Jahren Anwendung. Die Brustaugmentation ist eine der häufigsten Operationen in der ästhetischen Plastischen Chirurgie. Jährlich werden weltweit mehr als 100000 Brustaugmentationen ausgeführt. Bei richtiger Durchführung stellt diese Operation ein risikoarmes Verfahren dar, welches den Patientinnen regelmäßig ein sehr ansprechendes Ergebnis bringen kann.

 

In welchen Fällen kommt eine Brustaugmentation in Frage?
Grundsätzlich ist eine Brustaugmentation indiziert um die ästhetische Körperkontur der Patientin zu verbessern. Häufig führt eine Vergrößerung der Brust in diesen Fällen langfristig zu einer Verbesserung des Selbstwertgefühles der Frau und damit zu einer Erhöhung der individuellen Lebenszufriedenheit und des Wohlbefindens.
Eine Brustaugmentation kann bei unterschiedlichen Ausgangsbefunden durchgeführt werden:
- Bei anlagebedingter zu kleiner Brust
- Bei kleiner Brust nach Schwangerschaft (hängender Brust)
- Bei unterschiedlich großen Brüsten (Asymmetrie)

 

Die Patientin sollte realistische Erwartungen haben!
Selbstverständlich müssen eine ganze Reihe weiterer, wichtiger Aspekte berücksichtigt werden (z. B. Allgemeinzustand des Patienten, Alter, Nikotinkonsum,
Blutgerinnung, Elastizität der Haut, individuelle Wünsche u. v. a.). Die Patienten sollten gesund sein und sich vorher genau über dieses Behandlungsverfahren informiert haben. Deshalb ist klar, dass immer eine individuelle Beratung in meiner Praxis nötig ist.

 

Vorbereitung zur Operation
Eine der wichtigsten Entscheidungen für die Patientin ist zunächst sicher die Wahl des behandelnden Arztes. Diese Wahl ist zu allererst Vertrauenssache. Die Patientin sollte im Rahmen eines unverbindlichen Vorgespräches alle interessierenden Fragen diskutieren und sich somit ein eigenes Bild machen können. Selbstverständlich sollte der behandelnde Chirurg adäquat ausgebildet sein und auf dem Gebiet der ästhetischen Brustchirurgie eingehende Erfahrung vorweisen können.
Grundsätzlich kann allen Patientinnen empfohlen werden, sich an einen Facharzt für Plastische Chirurgie zu wenden, da nur dieser obligatorisch im Rahmen seiner Ausbildung die Technik der Brustaugmentation erlernt.

 

Im Rahmen eines ausführlichen Gespräches und einer Untersuchung der Brust werden zunächst die Voraussetzungen für eine Augmentation abgeklärt. Um ein, für die Patientin optimales Ergebnis zu erzielen ist eine sorgfältige Planung z. B. der Brustgröße, Narbenführung etc. nötig. Bei Patientinnen die über 35 Jahre alt sind ist grundsätzlich vor der Operation die Durchführung einer Mammografie empfehlenswert.
Alle Patientinnen erhalten ferner von mir Informationen über den konkreten Ablauf der Behandlung (z. B. Zeitpunkt der stationären Aufnahme, Dauer des stationären Aufenthaltes, Voruntersuchung durch Narkosearzt etc.).

 

Was ist bei der Operation zu beachten?

 

Schnittführung
Selbstverständlich werden alle Bemühungen unternommen um die späteren Narben so klein wie nur möglich zu halten und so unauffällig wie nur möglich zu plazieren. Es ist auf jeder Seite ein etwa 4-5 cm langer Hautschnitt zur Brustaugmentation notwendig.
Die Brustvergrößerungsoperation kann mit verschiedenen Schnittführungen erfolgen:
- Schnitt in der Achselhöhle
- Schnitt in der Brustumschlagfalte
- Schnitt am Rand des Brustwarzenvorhofes oder im Brustwarzenvorhof
Jede Schnittführung hat bestimmte Vor- und Nachteile über die der Chirurg detailliert informieren sollte. Selbstverständlich sind bei der Wahl der Schnittführung die speziellen Wünsche der Patientin von entscheidender Bedeutung.

 

Implantatlage
Das Implantat, welches zur Brustvergrößerung Verwendung findet, kann entweder unter die Brustdrüse oder unter den Brustmuskel gelegt werden. Auch hier hat jedes Verfahren wieder seine Vor- und Nachteile. Abhängig von der Anatomie der Brust, der gewünschten Brustgröße und anderer Faktoren wird der Chirurg ein Verfahren empfehlen.

 

Anästhesie
Die Brustaugmentation wird in der Regel in Vollnarkose ausgeführt. Das gewünschte Betäubungsverfahren sollte stets eingehend mit dem Chirurgen bzw. mit dem Narkosearzt vor der Operation besprochen werden.

 

Implantatart
Es stehen heute ein großes Spektrum unterschiedlicher Implantattypen (unterschiedliche Größe, Form, Oberflächenstruktur etc.) zu Verfügung.
Alle diese Implantate haben eine Hülle aus festem Silikon.
Als Füllmaterialien dieser Implantathüllen finden meist folgende Stoffe Anwendung:
- Silikongel
- Salzwasserlösung

Diese unterschiedlichen Implantate unterscheiden sich in Hinblick auf ihre Gefühlseigenschaften, Haltbarkeit, Röntgenstrahlendurchlässigkeit u. v. a.. Daraus folgt, dass unter Berücksichtigung der individuellen Wünsche aus einem großen Spektrum verfügbarer Implantate eine optimale Auswahl für die jeweilige Patientin getroffen werden kann.
Obwohl mit einer Brustvergrößerung normalerweise für viele Jahre eine nachhaltige Verbesserung der Körperkontur erreicht werden kann, ist nicht mit einer lebenslangen Haltbarkeit der Implantate zu rechnen.

 

Die Implantatwahl sollte sehr sorgfältig getroffen und mit dem behandelndem Arzt diskutiert werden. Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass es keinen gesicherten Hinweis darauf gibt, dass Brustimplantate (insbesondere Silikongel-
implantate) Krebserkrankungen, Autoimmunerkrankungen oder rheumaähnliche Erkrankungen in irgendeiner Weise verursachen oder begünstigen könnten.

 

Welche Risiken gibt es bei Brustvergrößerung/Augmentation?
Wie erwähnt ist die Methode der Brustaugmentation eine sehr häufige und risikoarme Operation! Dies belegen letztendlich auch die hohen Operationszahlen.
Jeder operative Eingriff, und sei er noch so klein, birgt jedoch prinzipiell gewisse Risiken. So auch die Brustvergrößerung. Zu erwähnen sind:

 

Kapselfibrose, Verlagerung oder Verformung des Implantates
Die Ausbildung einer narbigen Gewebekapsel um ein Brustimplantat ist eine normale, physiologische Reaktion auf die Implantation eines körperfremden Objektes. Derartige Gewebekapseln können in sehr unterschiedlicher Ausprägung auftreten. In seltenen Fällen können sie zur Verfestigung der Brust bis hin zur schmerzhaften Verformung führen. Sollte dieser Fall eintreten, so kann im Rahmen einer kleinen Operation u. U endoskopisch mit einem Spiegelrohr diese Kapsel gespalten oder entfernt werden. Ein Brustimplantat kann sich im Gewebe z. B. aufgrund einer Kapselfibrose verlagern oder verformen.

 

Blutergüsse, Infektionen, Wundheilungsstörungen
Wie nach jedem chirurgischen Eingriff, so kann prinzipiell auch nach einer Brust¬augmentation ein Bluterguss, eine Infektion oder eine Wundheilungsstörung eintreten. Umschriebene, kleinere Blutergüsse in der Haut entstehen praktisch nach
jedem operativen Eingriff, so auch nach Brustvergrößerung. Diese lösen sich in der Regel nach wenigen Tagen spontan auf. Infektionen oder Wundheilungsstörung im
Rahmen von Brustvergrößerungen treten bei sorgfältiger Operations¬planung und Durchführung selten auf.

 

Entleerung des Implantates, Ruptur
Brustimplantate halten nicht unbedingt ein Leben lang. Das Risiko einer spontanen Entleerung ist bei Kochsalzimplantaten geringfügig höher als bei Verwendung anderer Implantattypen. Eine Undichtigkeit oder Entleerung des Implantates kann sich z.B. in einer Größen- oder Formveränderung der Brust äußern. In diesen Fällen ist dann der Wechsel des Implantates nötig.

 

Gefühlsstörungen
Nach der Operation ist mit einer vorübergehenden Gefühlsstörung im Bereich der kleinen Hautnarben zu rechnen. Ferner ist auch eine vorübergehende oder dauerhafte Überempfindlichkeit oder Unempfindlichkeit im Brustwarzenbereich beschrieben worden.

 

Was ist nach der Operation zu beachten?
Die Brustvergrößerung wird von mir häufig im Rahmen eines kurzen, ein- bis zweitägigen stationären Aufenthaltes durchgeführt. Zum Zeitpunkt der Entlassung aus dem Krankenhaus ist die Patientin wieder mobil und kann sich weitgehend selbst versorgen. Sie sollte aber nicht zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause zurückkehren. Empfehlenswert ist hier ein Taxi, oder besser eine bekannte Person um Abholung zu bitten. Es empfiehlt sich ferner zu Hause jemanden zur Unterstützung für bestimmte anstrengende Arbeiten zu haben. Dies sollte frühzeitig, bereits vor der Operation organisiert werden.

Nach der Operation wird die Patientin für einige Tage ein Spannungsgefühl im Bereich der vergrößerten Brust verspüren. Gegebenenfalls können leichte Schmerzmittel eingenommen werden. Dieses Spannungsgefühl läßt erfahrungs-
gemäß innerhalb weniger Tage nach. Zur Stabilisation des postoperativen Ergebnisses sollte in der ersten Zeit nach dem Eingriff ein BH getragen werden. Dieser dient auch als milder Druckverband der augmentierten Brust. Wir empfehlen hierfür stabile tragfähige BH´s ohne Bügel, da insbesondere die BH-Bügel Druckschmerzen bereiten können.

Am Entlassungstag werden Termine für die ambulante Kontrolluntersuchungen vereinbart. Nach etwa 3-5 Tagen, wenn die Hautwunden geschlossen sind, darf die Patientin dann wieder, mit noch liegenden Fäden, duschen. Die Fäden werden nach ca. 10-14 Tagen in meiner Praxis entfernt. Nach der Operation sollte sich die Patientin kurzfristig schonen. Je nach körperlicher Beanspruchung kann aber in vielen Fällen bereits nach einigen Tagen die berufliche Tätigkeit wieder aufgenommen werden. Intensivere sportliche Betätigungen sollten für etwa 3-4 Wochen vermieden werden.

Ist zu einem späteren Zeitpunkt eine Untersuchung im Brustbereich notwendig (z. B. Röntgen der Lunge, Mammografie), so sollte der Arzt vorher darüber informiert werden, dass eine Brustaugmentation durchgeführt wurde. Eine Mammografie muss in diesen Fällen mit speziellen Aufnahmetechniken erfolgen. Schließlich empfehlen wir allen Patientinnen mit Brustaugmentationen, bei denen zu einem späteren
Zeitpunkt ein chirurgischer Eingriff notwendig werden sollte, sicherheitshalber eine prophylaktische Antibiotika-Behandlung.
Nach dem Ziehen der Fäden wird im Normalfall die Behandlung abgeschlossen.
Später sind Kontrolluntersuchungen in festgelegten Abständen bei mir empfehlenswert.
Auch darüber hinaus stehe ich Ihnen für Fragen oder bei Problemen jederzeit zur Verfügung stehen.

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