Patienteninformation, Dupuytren-Erkrankung, Morbus Dupuytren
Meist sind Männer von der Dupuytren-Erkrankung betroffen, gelegentlich aber auch Frauen. Die Dupuytren'sche Kontraktur ist eine gutartige Erkrankung.
Ursachen und Verlauf der Dupuytren Erkrankung
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es? Wie läuft die Operation einer Dupuytren-Kontraktur ab?
Zunächst: Die Dupuytren-Stränge bilden sich niemals spontan zurück, sondern die Erkrankung bleibt entweder stationär oder verschlimmert sich. Die Geschwindigkeit der Verschlimmerung der Dupuytren-Kontraktur ist individuell sehr verschieden.
Neben der vollständigen Entfernung der erkrankten Dupuytren-Stränge besteht in besonderen, ausgewählten Fällen die Möglichkeit einzelne, isolierte Stränge ohne größere Hautschnitte nur zu durchtrennen. Dieses Verfahren nennt man Perkutane Nadelfasziotomie (PNF-II). Der Vorteil der perkutanen Nadelfasziotomie liegt darin, dass man keine Hautschnitte benötigt. Der Nachteil besteht darin, dass die Dupuytren-Stränge nicht entfernt werden sondern nur durchtrennt. Das erkrankte Dupuytren-Gewebe bleibt somit in der Hand zurück und kann sich erneut kontrahieren.
Eine relativ neue Behandlungsmethode ist die medikamentöse Behandlung der Dupuytren Erkrankung mit Collagenase (Kollagenase-II). Hierbei wird das Medikament Collagenase an verschiedenen Stellen in den Dupuytren-Strang gespritzt. Dieses Medikament löst den Dupuytren-Strang an dieser Stelle auf. Nach ein bis zwei Tagen kann der Strang dann durch kräftige Streckung des Fingers unter der Haut zerrissen werden. Ähnlich wie bei der perkutanen Nadelfasziotomie bleibt das gesamte, erkrankte Dupuytren-Gewebe im Gewebe der Hand zurück und kann hier ein Rezidiv bilden. Bei falscher Injektion können auch Schäden an der Sehne oder an der Gelenkkapsel durch die Injektion verursacht werden. Diese Behandlungsmethode ist in Deutschland noch neu. Das Medikament wurde in Deutschland im Sommer 2011 zur Behandlung der Dupuytren-Kontraktur zugelassen und auf den Markt gebracht.
Studien weisen darauf hin, dass die Behandlung mit Nadelfasziotomie oder Kollagenase zwar weniger eingreifend ist als eine operative Fasziektomie. Es wurde aber auch gezeigt, dass Rezidivraten der Dupuytren-Erkrankung nach Nadelfaziotomie und Kollagenaseanwendung deutlich höher sind als nach der operativen Behandlung des M. Dupuytren.
Nach wie vor ist die beste Behandlungsmethode die vollständige Entfernung der erkrankten Bindegewebswucherungen.
Die Operation wird erst dann empfohlen, wenn ein Finger aufgrund der Stränge nicht mehr vollständig gestreckt werden kann. Knoten ohne Streckbehinderung der Finger, werden nur in einigen, seltenen Fällen entfernt, wenn diese Schmerzen beim Greifen bereiten.
Die Dupuytren-Operation wird in der Regel ambulant und meist ohne Vollnarkose in örtlicher Betäubung des Armes (=Plexusanästhesie) durchgeführt. Sie dauert etwa 30 - 60 Minuten, kann bei fortgeschrittener Erkrankung aber auch über eine Stunde benötigen.
Da die Bindegewebsstränge in unmittelbarer Nähe zu den Fingernerven und Gefäßen sowie zur Haut verlaufen, kann ihre Entfernung gerade bei weit fortgeschrittener Erkrankung, technisch anspruchsvoll sein.
Welche Komplikationen können bei der OP einer Dupuytren-Kontraktur auftreten?
Komplikationen sind auch bei Durchführung durch einen erfahrenen Handchirurgen nie vollständig auszuschließen und sind in der Regel abhängig von der Ausprägung der Dupuytren-Kontraktur. Diese sind: Wundheilungsstörungen, Blutergüsse, Nervenverletzungen Rezidivbildung. In vielen Fällen kann die Operation bei Dupuytren'scher Kontraktur wieder eine freie Beweglichkeit, mit kompletter Streckung der Finger ermöglichen. Bei weit fortgeschrittenen Fällen ist dies nicht immer möglich. Auch deshalb sollte eine Operation nicht zu lange aufgeschoben werden.
Nachbehandlung nach Dupuytren-Operation
Etwa zwei Wochen nach der Operation werden die Fäden gezogen. Dann sollten entweder selbstständig, oder mit krankengymnastischer Anleitung, Bewegungsübungen erfolgen.
Das Endergebnis nach Dupuytren Operation hinsichtlich der Beweglichkeit sollte, je nach Schweregrad der Erkrankung, meist nach 3 - 6 Wochen sichtbar sein.