Mi
05
Okt
2011
Nach der Implantation eines Silikongel-Brustimplantates sind regelmäßige Nachkontrollen der Patientinnen empfehlenswert, ja erforderlich.
Kontrolluntersuchungen der Brust sind sinnvoll:
Welche Untersuchungsmöglichkeiten stehen nun für eine Kontrolluntersuchung der Brust nach Augmentation zur Verfügung?
Natürlich zunächst einmal das Abtasten der Brust:
Der Wert dieser Untersuchungsmethode (regelmäßig von der Frau selbst durchgeführt bzw. im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen vom Arzt) darf nicht unterschätzt werden: Frauen mit Brustimplantaten
haben ja in der Regel eine kleine Brustdrüse. Das bedeutet, dass Knotenbildungen (durch Tumor oder Ruptur des Brustimplantates) häufig frühzeitig tastbar sind und damit erkannt werden können. Die
Untersuchung durch Abtasten kann von der Patientin selbst regelmäßig durchgeführt werden, sie ist kostenlos und nicht belastend (nicht schmerzhaft, keine Strahlung).
Auch sonografische Untersuchungen der Brustdrüse können bei Implantatträgerinnen wertvolle Informationen hinsichtlich der Brustdrüse als auch bezüglich des Brustimplantates
liefern.
Die Mammografie findet demgegenüber bei Brustimplantatträgerinnen praktisch kaum mehr Anwendung.
Sicher stellt die Kernspintomografie (MRT) heute das differenzierteste und exakteste Untersuchungsverfahren der Brust bei Frauen mit Brustimplantaten dar. Hiermit können auch
sogenannte "stille Rupturen" welche die Patientin nicht bemerkt, erkannt werden.
Aus diesem Grund empfiehlt das amerikanische Gesundheitsministerium (FDA) eine kernspintomografische Kontrolle der Silikongelimplantate 3, 5, 7, 9 Jahre nach der Brustvergrößerung.
Siehe hierzu auch:
Patienteninformation zu Brustvergrößerung
Ende August 2011 wurden nun erneut verschiedene Aspekte von Silikongelimplantaten im amerikanischen Gesundheitsministerium diskutiert.
In einem Statement teilte der Chief Scientist der FDA, Dr. Wiliam Maisel unter anderem mit: "Silicone
breast implants are safe".
Zugegeben, das war keine ganz überraschende Nachricht.
Viel interessanter für mich war aber, dass das Komitee zustimmte, dass den Patientinnen nicht länger empfohlen werden sollte, drei Jahre nach einer Brustvergrößerung und anschließend nach jeweils
zwei Jahre eine Kernspintomografie routinemäßig machen zu lassen.
Die kernspintomografische Untersuchung (gerade als Routinemaßnahme) ist teuer. In Deutschland kostet eine Kernspintomografie der Brust mehrere hundert Euro. Diese Kosten sind von der
Implantatträgerin selbst zu zahlen.
Ferner wurde m. E. absolut zu recht angemerkt, dass dieses sehr differenzierte Verfahren (MRT) gelegentlich auch überinterpretiert wird und falsch positive Befunde beschrieben werden.
Deshalb bestand Konsens, dass regelmäßige, Routineuntersuchungen mittels MRT bei Frauen mit Silikongelimplantaten nicht mehr von der FDA empfohlen werden sollten.
Abschließend möchte ich aber nochmals darauf hingeweisen :