Fr
20
Nov
2009
Zur Therapie des Karpaltunnelsyndromes stehen operative und konservative Behandlungsmethoden (Schienen, Lagerung, etc.) zur Verfügung. Bei einem fortgeschrittenen Karpaltunnelsyndrom mit nachgewiesener Nervenschädigung (Denervation) ist zweifelsohne die Operation vorzuziehen.
Aber wie sollte man sich bei einem milden Karpaltunnelsyndrom, bei welchem (noch) keine Nervenschädigung vorliegt, verhalten ? Viele Hausärzte und vor allem Nervenärzte empfehlen hier die konservative Therapie mit Schienen, Ultraschall, Krankengym-nastik, etc.. Diese konservativen Maßnahmen sind zeitaufwändig, umständlich und nicht selten erfolglos. Demgegenüber bietet die Operation eine schnelle Lösung der Probleme mit geringem Aufwand und Risiko.
Eine Publikation in der angesehenen Fachzeitschift "The Lancet" belegte kürzlich, dass auch in frühen Stadien des Karpaltunnel-syndromes die Operation gegenüber konservativen Maßnahmen signifikante Vorteile aufweist.
Ich hoffe, dass dieser Artikel von möglichst vielen Neurologen aufmerksam gelesen wird !
Fazit:
Das Karpaltunnelsyndrom sollte im Zweifelsfall (auch ohne nachgewiesener Nervenschädigung) einer operativen Behandlung zugeführt werden.
Für Interessierte anbei die englische Zusammenfassung dieses Artikels.
Surgery versus non-surgical therapy for carpal tunnel syndrome: a randomised parallel-group trial
J. G. Jarvik, B. A. Comstock, M. Kliot et. al.
doi:10.1016/S0140-6736(09)61517-8